Mit offenen Armen

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Johannes 6,37)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Nicht abweisen“. Beim Hineinhören in die Jahreslosung lösen diese beiden Worte ein starkes Echo in mir aus. Es liegt wohl daran, dass Abgewiesenwerden eine schmerzhafte Erfahrung ist. Ich kenne es aus dem eigenen Erleben, – Sie, liebe Leserin und lieber Leser, wahrscheinlich auch. In der Kindheit sind es oft ganz belanglose Dinge, die zur Ausgrenzung eines anderen Kindes führen. Das ist in der Regel bald vergessen. Wenn sich diese Erfahrung aber wiederholt, dann verletzt sie, – Kinder vor allem, aber natürlich auch Jugendliche und Erwachsene. Man möchte dazugehören, möchte geliebt werden, wird aber abgewiesen. Mit dem Vers unserer Jahreslosung nimmt Jesus diese Erfahrung auf und sagt: Trau dich und komm, bei mir bist du genau richtig, so wie du bist!

 

Aktuelle Bilder ziehen vor meinem inneren Auge vorbei: Menschen an Grenzzäunen, lautstarke Demonstrationen, hitzige Diskussionen. Hat sich in den letzten Monaten die Tendenz verstärkt, sich voneinander abzugrenzen und auch innerlich auf Distanz zu gehen? Wie geht das Gegenteil von abweisen und polarisieren, wie können wir aufeinander zugehen und (wieder) eine Gemeinschaft sein bzw. werden?

Für den Künstler Leif Skoglöf ist es Christus selbst, der uns vereint. In seinem Bild zur Jahreslosung (siehe unten) breitet Jesus die Arme aus für alle, die auf der Suche sind und zu ihm kommen. Er lädt ein zu einer Gemeinschaft, in der er im Zentrum steht.

 

In unserem gesellschaftlichen Umfeld gibt es den Begriff der „sozialen Teilhabe“. Er steht für das Ziel, dass niemand vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden und niemand an einem gleichberechtigten Leben gehindert werden darf, weder als Kind noch als Erwachsener, Frau oder Mann, gesund oder krank, arm oder reich, mit oder ohne deutschen Pass … Das meint gelebte Inklusion (Einbeziehung aller) in unserem Land, in unserer Stadt, aber auch in unseren Gemeinden und Familien.

 

Die Predigt von Jesus in Johannes 6 handelt von „göttlicher Teilhabe“. Es geht um unsere Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit und einem Leben in Frieden mit uns selbst und unseren Mitmenschen. Niemand muss sich mit »minderwertiger und krankmachender Nahrung« abspeisen lassen. Jesus sagt von sich: Ich bin das Brot des Lebens. Ich mache wahrhaftig satt. Ich bin der Mittler (Mittel) zum Leben in einer Gemeinschaft mit meinem himmlischen Vater. Herzlich willkommen!

 

Ich denke darüber nach, ob und wie wir Christen es schaffen, so unvoreingenommen einzuladen und willkommen zu heißen, wie Jesus es tat. Der erste Schritt ist sicherlich, selbst immer wieder seinen Worten zu folgen und zu ihm zu kommen.


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