durch Gottes Geist befähigt

29.05.2020 _ Heute Morgen lese ich in der Zeitung, dass ab 15. Juni die Reisewarnung für 31 europäische Länder aufgehoben, aber auch, dass die Kontaktbeschränkungen bis Ende Juni verlängert werden sollen. Allein diese beiden Nachrichten zeigen, wie schwer es ist, einen guten Weg zwischen weiteren Lockerungen und weiteren Schutzvorkehrungen zu beschreiben. Was ist richtig, was ist übertrieben, was ist sinnvoll? Alle Verantwortlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft ringen darum, nach bestem Wissen zu entscheiden - und auch jede/r von uns muss für das jeweils Beste für sich eintreten. Ich selbst will mich an den schrittweisen Lockerungen freuen und die neuen kleinen Freiheiten ausnutzen. Und ich bin dort vorsichtig, wo ich eine gewisse Gleichgültigkeit anderer spüre.

 

Und wie lange geht das noch so? Das ist wohl eine der Fragen, auf die im Moment keiner antworten kann. Die Ungewissheit bleibt. Pläne können gemacht werden, müssen aber vielleicht auch wieder korrigiert werden. Also: weiter abwarten, weiter Schritte gehen, weiter darauf vertrauen, dass das Virus eines Tages nicht mehr das bestimmende Thema ist. Und vor allem, weiter darauf vertrauen, dass Gott, der Herr, uns auch in den nächsten Wochen begleitet und an unserer Seite ist.

 

Ich möchte hier an dieser Stelle noch einmal allen danken, die Paul-Gerhard Sinn und mir Rückmeldungen zu unseren Briefen gegeben haben. Es ist schön zu hören, dass Sie mit unseren Gedanken und Impulsen durch die Tage gehen, dass Sie sich daran freuen, von uns weiterhin die Post zu bekommen und sich auf diese Weise  ein klein wenig miteinander verbunden fühlen. Danke auch für die Spenden, die Sie uns überwiesen haben und dabei sogar an das Porto gedacht haben, das für die Briefe eingesetzt wird. Wir freuen uns sehr darüber. Danke!

 

Nun stehen wir kurz vor dem Pfingstfest. Pfingsten: 50 Tage nach Ostern! 10 Tage nach Himmelfahrt! Kurz vor der Rückkehr Jesu zu seinem Vater im Himmel waren die Jünger und Jesus zusammen und haben sich über das unterhalten, was sie erwarten können bzw. wie es weitergeht. Für die Jünger war es nicht leicht; sie wussten, dass sie bald endgültig Abschied nehmen müssen von Jesus, ihrem Herrn. Und die Frage trieb sie um, und was passiert dann? Wie würden sie die Zeit ohne direkten Kontakt zu Jesus meistern? Und würden sie bald erfahren, welchen Zeitplan Jesus im Kopf hatte, um endgültig seine Herrschaft aufzubauen und allen zu zeigen, dass er Gottes Sohn sei? Ungewissheit, Fragen, der Wunsch, doch etwas in der Hand halten zu können, worauf sie bauen könnten. Mich bewegt die Antwort, die Jesus seinen Jüngern auf ihre Fragen gegeben hat:


„Mein Vater hat festgelegt, welche Zeiten bis dahin noch verstreichen müssen und wann es soweit ist. Aber ihr werdet mit dem Heiligen Geistes erfüllt werden, und dieser Geist wird euch die Kraft geben, überall als meine Zeugen aufzutreten, in Jerusalem, (…) und bis ans äußerste Ende der Welt.“  (Apg. 1,7 u. 8)

 

1. Jesus sagt ihnen nicht: so und so wird es sein. Das, was kommen wird, ist eben nicht zu greifen, ist nicht in einen Kalender einzutragen und damit zu kontrollieren und zu steuern. Es ist nicht zu berechnen und auch nicht annähernd vorherzusagen. Das hätten zwar die Jünger gern – und auch wir hätten es manchmal gern, dass wir wüssten, wie alles wird – aber das entzieht sich unserer Kenntnis. Leben ereignet sich. Unsere zukünftigen Tage, Wochen kommen auf uns zu. Wir dürfen auf das gespannt sein, was wir in Gottes Gegenwart erleben dürfen.

 

2. Aber dabei belässt es Jesus nicht. Jesus weiß, dass seine Jünger Unterstützung brauchen und so sagt er seinen Jüngern den Empfang des Heiligen Geistes, der lebendigen Kraft Gottes, zu. Ihr werdet mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. In diesen Worten steckt die Zusage: was auch immer kommen mag, ihr seid nicht auf euch selbst gestellt. Was auch immer euch begegnen wird, Gottes Geist wirkt in euch, gibt euch Orientierung, befähigt euch, gute Entscheidungen zu treffen, gibt euch zur rechten Zeit die richtigen Worte. Was auch immer an Schönen und Schweren euch widerfahren wird, ihr seid mit mir und dem Vater im Himmel verbunden, und das heißt: ihr seid nicht allein; denn der Heilige Geist wird in euch sein. An Pfingsten feiern wir, dass die Jünger diese Kraft Gottes erhalten haben!

Liebe Geschwister, diese Zusage ist für die Jünger und uns heute gleichermaßen eine kraftvolle und tragfähige Zusage. Wir können getrost und mutig in die vor uns liegende Zeit gehen.

 

3. Und noch eins bewegt mich: Jesus malt seinen Jüngern vor Augen, wozu der Heilige Geist sie befähigt. Ihr werdet überall meine Zeugen sein. Ich verstehe das so: Jesus sagt ihnen, das ist jetzt euer neuer Auftrag. Das ist jetzt dran. Jesus selbst wird künftig nicht sichtbar auf dieser Erde sein, aber sein Auftrag, seine Botschaft, sein Werben um die Menschen, sein Eintreten für Versöhnung und Gerechtigkeit, sein Sich-Stark-Machen für die Rechtlosen und Armen soll weitergehen. Die Jünger werden eingebunden in Gottes Liebesgeschichte zu und mit seiner Welt. Im Corona-Jahr erinnert uns das Pfingstfest vielleicht besonders daran: Christen und Christinnen, Sie und ich, sind ausgestattet mit Gottes gutem Geist, um fröhlich weiterzugehen, beherzt von dem zu reden, der das Leben und die Zukunft in seiner Hand hält, um Hoffnung denen zu bringen, die ohne Hoffnung sind.  

 

So lassen Sie uns nach vorne schauen und weitergehen, denn in uns ist die Kraft Gottes!

 

Bleiben Sie weiter behütet und gesegnet

Ihre Renate Görler

 

 

P.S.:

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